Ankunft in meinem neuen “zuhause”
9 04 2010Gestern also morgens ein bisschen Visite und dann mein Vortrag – vor allem fuer die Schwestern, aber auch die Aerzte hatten einige Fragen – schien also erfolgreich gewesen zu sein. Dann sollte irgendwann zwischen 12 und 13 Uhr ein Fahrer kommen, der mich in “mein” Krankenhaus bringt. Der kam dann auch um 15 Uhr – aber gut – wir wollen ja nicht kleinlich sein, alles im Rahmen.
Die Fahrt war kuerzer, als ich erwartet hatte und auch weniger staubig als beschrieben. Aufgrund des ausbleibenden Regens haben wir hier aber dennoch viel roten Staub, allerdings habe ich keine Autos im Staub stecken sehen, wie beschrieben. Aber auch so war die Fahrt mal wieder sehr lehrreich. Ich habe so viele Kleinigkeiten gesehen, die ich gar nicht alle auflisten kann. Beispielsweise kuriose Dinge, wie einen Mann, der auf dem Feld arbeitete, mit einer Weihnachtsmannmuetze auf.
Aufgelockert wurde die Fahrt durch den Kassettenrecorder. Samuel, der Fahrer, schmiss sobald der Motor lief seine Lieblingskassette ein. Auf dieser befanden sich ca. 5 Lieder, die in einer Endlosschleife immer und immer wieder kamen. Mit heiteren Texten wie “Oh Jesus, your love is so great, that you died for me. Don’t worry, I honor you…”. Das ganze unterlegt mit einem fetzigen Reggae-Beat. Nach ungefaehr einer Stunde fing ich mich dann doch an zu wunder, warum Samuel die Kassette weder zurueckspulen, noch umdrehen musste. Aber die Lieder waren einfach ganz oft hintereinander aufgenommen und wenige Minuten spaeter war die Kassette dann auch endlich zu ende…
Dann endlich hier angekommen wurde ich zunaechst zum Rest House gefahren, wo ich Nanna Kuhn traf – eine Kinderonkologien aus Muenster, die bereits seit 5 Wochen hier ist. Von ihr bekam ich alle Informationen: Mein Haus war logischerweise noch nicht fertig. Ich wuerde zunaechst mit ihr im Haus wohnen und da sie (leider) sowieso am Sonntag zurueckfliegt, habe ich das Haus dann fuer mich. Das Haus ist unglaublich – das haette ich nicht erwartet. 2 Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, grosse Kueche und Bad… so viel Platz brauche ich nun echt nicht, aber d.h. mich koennen gaaaanz viele Leute besuchen kommen (in dem einen Schlafzimmer stehen 3 Betten…)
Die Kinderonkologin aus Muenster ist seit letztem Jahr berentet und dementsprechend eine Menge Erfahrung. Sie hatte leider keinen guten Start hier: Dr. Njume, den ich bereits im November kennengelernt hatte und der fuer die Kinderstation und die Burkitt Station zustaendig ist, hat gerade Vaterschaftsurlaub und kein anderer Arzt hat die Station uebernommen. So dass nun die Schwester die Burkitt Station und ein sogenannter Screener die Kinderstation geschmissen haben. Daher hatte Nanna keine “Einarbeiteung”. Sie hat sich gut durchgeboxt und mit mir heute eine Visite bei den Lymphomen gemacht – ab morgen bin ich dann also dran – alleine – ja, ich habe Angst! Aber alle hier sind so froh, dass ich da bin, denn sonst ware ja gar keener hier…
Auf der Kinderstation lasse ich mich nun aber noch ein bisschen von dem Screener einarbeiten. Er behandelt zwar alle Kinder mit allen Medikamenten, die es gibt, aber so lerne ich wenigstens die Ausstattung kennen…
Gerade ist das cultural Festival in Kumbo – da werden wir (hier sind noch 2 englische Studenten und Cathrine (englische Aerztin aus dem palliative care team, die ich noch von meinem letzten Besuch kenne)) wohl am Nachmittag hin gehen.






Na bei der Menge an Platz kommen dich Mami und Brüderchen bestimmt mal besuchen 😉 Mich würde es schon interessieren. Na mal schauen, was das Jahr so bringt. Freut mich, wenn es dir gefällt & ab morgen rockst du den Laden aber richtig, Frollein. Kuss Dia
Oh Mann ich kann mir ziemlich genau vorstellen wie Du dich fühlst. Und leider muß ich sagen, da kommen noch viel dunklere Momente. Aber Augen zu und durch! Ich kann nur sagen so schwer durchschaubar dieses System auch ist muß man sich eines nur klar machen. Es ist alle Chaos, das nur vom Glauben an Gott und einigen grundlegenden Regeln wie : der Ältere hat immer recht zusammen gehalten wird. Du wirst deinen Platz finden und als Dr. Mona in die annalen eigehen….:-;
ooohh…neid…das hört sich toll an. genieß es. auch wenn es drunter und drüber geht. schön dass man auf so andere weise in einem anderen teil der welt gebraucht wird. 🙂
Falls du Nana mal wieder siehst, schoene Grüße an Sie!
Mich hat Sie in Münster “geheilt“
Lg
Ann